Costa-Ricas Küche nach Region: Wie sich das Essen Küste zu Küste verändert
Regionale Unterschiede?
Karibik: Kokosnuss + Jerk-Einflüsse; Guanacaste: maislastig; Pazifik: meeresfrüchtreich; Zentraltal: klassisches Fleisch-und-Reis.
Wer das Hotelbüfett links liegen lässt, entdeckt in Costa Rica vier eigenständige Esskulturen, geprägt von Geografie, Geschichte und Migration – nicht die eine vermischte „costa-ricanische Küche“. Dieser Guide zeigt, was sich von Region zu Region ändert und wie Sie die Unterschiede auf einer echten Reise tatsächlich schmecken.
| Behandelte Regionen | Zentrales Hochland (Valle Central), Guanacaste, Pazifikküste, Karibikküste |
| Wo essen | In Sodas und auf lokalen Märkten, nicht in Restaurants der Touristenkorridore |
| Typische Kosten pro Mahlzeit | Etwa 4–8 $ in einer Soda; 15–30 $ in einem Restaurant der mittleren Preisklasse |
| Eigenständigste Region | Karibikküste (Reis mit Bohnen in Kokosmilch, Jerk, Rondon) |
| Beste Zeit für Meeresfrüchte | Dorado April–Oktober; Langustensaison Juli–September (Karibik) |
Ein Land, vier Esskulturen
Costa Rica ist nach den meisten Maßstäben klein – ungefähr so groß wie West Virginia. Doch seine kulinarische Geografie ist weit vielfältiger, als diese Fläche vermuten lässt. Die dramatische Topografie des Landes – karibisches Tiefland, Hochland des Valle Central, trockener Nordwesten am Pazifik, feuchter Süden am Pazifik – schafft nicht nur unterschiedliche Landschaften und Klimazonen, sondern auch unterschiedliche landwirtschaftliche Traditionen, andere Anbauprofile und grundverschiedene Esskulturen.
Wer nur in Hotelbüfetts oder Restaurants der Touristenkorridore isst, begegnet einer ziemlich homogenisierten „costa-ricanischen Küche“, die eine Mischung aller Regionen ist und auf internationale Gaumen abgestimmt wurde. Wer dagegen im ganzen Land in Sodas und auf Märkten isst, entdeckt vier wirklich unterschiedliche regionale Ausprägungen. Dieser Guide zeichnet diese Unterschiede nach.
Valle Central: die klassische Grundlage
Das Valle Central – mit San José und den umliegenden Provinzen Alajuela, Heredia und Cartago – ist der Ort, an dem die Mehrheit der Bevölkerung Costa Ricas lebt und an dem die „Standard“-Esskultur der Ticos am stärksten konzentriert ist. Es ist die Küche, die auf die Speisekarten für Touristen exportiert wird: Gallo Pinto, Casado, Sopa Negra, Olla de Carne.
Die Speisekammer des Valle Central
Die Basis bilden Reis und schwarze Bohnen, ergänzt durch ein Eiweiß (meist Rind, Huhn oder Schwein), Wurzelgemüse (Yuca, Chayote, Kartoffel), frisches Gemüse (Kohl, Tomate, Zwiebel) und Milchprodukte in Form von Natilla (saure Sahne) und Queso Blanco (frischer weißer Käse). Zum Kochen dient meist Pflanzenöl; Schmalz taucht in traditionellen Zubereitungen auf, ist aber weniger verbreitet als in früheren Generationen.
Pejibaye (die gekochte orangefarbene Palmfrucht) ist typisch für diese Region und wird an Straßenständen verkauft. Sie ist stärkehaltig, in der Konsistenz leicht ölig und wird mit Mayonnaise gegessen. Besucher finden sie entweder eine Offenbarung oder rätselhaft – sie schmeckt nach nichts anderem in den Tropen.
Tamales sind das Weihnachtsessen des Valle Central und werden im Dezember von Familiengruppen in riesigen Mengen zubereitet. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Zur Füllung gehören Reis, schwarze Bohnen, Schweine- oder Hühnerfleisch, Oliven und Gemüse; eingewickelt in Bananenblätter werden sie gekocht oder gedämpft.
Chicharrones: Frittierte Schweineschwarte, die als Snack in Bars gegessen und an Marktständen verkauft wird. Die gute Variante (frisch frittiert) ist ein völlig anderes Produkt als der Snack aus der Tüte.
Kaffee als Identität des Valle Central
Kaffee ist Valle Central. Im Hochland von Alajuela und Heredia wachsen die begehrtesten Bohnen Costa Ricas, und die großen Kaffeefincas des Landes – Doka, Café Britt und Hacienda Alsacia – liegen alle innerhalb einer Stunde von San José. Der Vergleich der Kaffeetouren behandelt sie ausführlich.
Das städtische San José hat eine Specialty-Coffee-Szene entwickelt, die mit vergleichbaren Städten in Anbauländern mithalten kann. Barrio Escalante, das Viertel östlich der Innenstadt von San José, ist zum kulinarisch abenteuerlustigsten Stadtteil geworden – mit Specialty-Coffee-Cafés, Weinbars, gehobenen Sodas und einem Bauernmarkt, der auch in Portland oder Melbourne nicht fehl am Platz wäre.
San José: coffee production tour and tasting — from $75Guanacaste: die Maistradition
Die Provinz Guanacaste im Nordwesten Costa Ricas nimmt in der Esskulturgeschichte des Landes eine besondere Stellung ein. Die indigenen Chorotega, die diese Region vor und nach der spanischen Kolonisierung bewohnten, pflegten eine ausgefeilte Esskultur auf Maisbasis, die in der modernen Küche Guanacastes teilweise bewahrt wurde.
Maiszubereitungen
Chorreadas: Süße Maispfannkuchen, dick und leicht körnig, auf einem Tonkomal gebacken und mit Natilla serviert. Sie sind in traditionellen Restaurants in Santa Cruz, Liberia und Nicoya zu finden – außerhalb von Guanacaste seltener.
Tamales de maíz: Die Tamales Guanacastes verwenden den Maisteig anders als die Version des Valle Central – oft kommt Mais selbst in die Füllung, und die Masa (Maisteig) kann gröber sein.
Tortillas de maíz: Dicke, von Hand geformte Maistortillas, die meist größer und gehaltvoller sind als im Valle Central. Zu einem Frühstück in einer Soda in Guanacaste gehören oft Tortillas mit Queso statt Toastbrot.
Tortillas de queso: Maistortillas, die mit Frischkäse gefüllt und gegrillt werden, bis der Käse schmilzt und die Außenseite knusprig wird. Eines der befriedigendsten einfachen Gerichte der Region.
Pinolillo: Ein traditionelles Getränk aus geröstetem Mais und Kakao, mit Wasser oder Milch angerührt. Präkolumbischen Ursprungs, wird es noch heute bei traditionellen Festen und in Kunsthandwerksgemeinden der Chorotega serviert.
Meeresfrüchte und Fleisch in Guanacaste
Der Golf von Nicoya liefert hervorragende Meeresfrüchte – Corvina, Pargo, Dorado und riesige Garnelen. Die besten Fischerorte Guanacastes (Puntarenas, Playas del Coco und die Küstengemeinden am Golf von Nicoya) haben Fischrestaurants, die wirklich ausgezeichnet sind, wenn man die lokalen Adressen findet statt der auf Touristen ausgerichteten Lokale.
Die Küche im Inneren Guanacastes, auf Rinderfarmen und in Landwirtschaftsgemeinden, ist fleischlastig. Rindfleischgerichte – meist gegrillt oder langsam geschmort – stehen hier im Mittelpunkt, was die historische wirtschaftliche Bedeutung der Rinderzucht in der Region widerspiegelt.
Um diese Tradition im Zusammenhang zu erleben, wählen Sie Liberia oder Playas del Coco als Standort und essen Sie dort, wo auch die Einheimischen essen. Der Strandguide für Guanacaste hilft Ihnen, einen Strandtag mit einem richtigen Mittagessen in der Soda zu verbinden, und die allgemeine Seite zur Provinz Guanacaste zeigt, wie die Region zusammenhängt.
Zentraler und südlicher Pazifik: meeresfrüchtereich und vielfältig
An der Pazifikküste von Jacó südwärts über Manuel Antonio und Uvita bis zur Osa Peninsula erreicht das Essen von Meeresfrüchten im Land seinen Höhepunkt.
Meeresfrüchtetraditionen am Pazifik
Corvina (Seebarsch): Der König der Küche an der Pazifikküste. Frische Corvina wird meist ganz oder als Filet gegrillt und mit Knoblauchbutter, Limette und Reis serviert. Die Qualität hängt fast ausschließlich von der Frische ab – Corvina, die am selben Tag in einer Hafenstadt gefangen und verkauft wird, ist außergewöhnlich; Corvina, die zwei Tage ins Landesinnere gereist ist, ist deutlich schlechter.
Dorado (Mahi-Mahi): Ein Fisch der warmen Jahreszeit (April–Oktober), der die Grundlage der besten Ceviches und gegrillten Fischgerichte in Pazifikrestaurants bildet. Komplexerer Geschmack als Corvina, etwas festere Textur.
Pargo (Red Snapper): Reichhaltig, fett und hervorragend, wenn er mit minimaler Würzung über Holzkohle gegrillt wird. Quepos und Jacó sind besonders gut für frischen Pargo.
Camarones (Garnelen): Die Garnelen aus dem Golf von Nicoya gehören zu den besten Mittelamerikas. Groß, süß und fest – am besten schlicht gegrillt oder in Knoblauchsauce.
Ceviche als Ausdruck des Pazifiks
Das Ceviche am Pazifik verwendet in Limette marinierte Corvina oder Tilapia, gemischt mit Zwiebel, Paprika und Koriander. Die Zubereitung ist leichter und zitrusbetonter als an der Karibik. Marktstände in Quepos, Jacó und Uvita verkaufen sie mittags für 4–6 $ pro Becher.
Die Restaurantszene in Manuel Antonio und Quepos
Die Gegend um Manuel Antonio und Quepos hat die am weitesten entwickelte Restaurantszene der mittleren Preisklasse am Pazifik außerhalb von Santa Teresa. Einige wirklich hervorragende Restaurants (La Cantina, El Patio del Balmoral in Quepos, El Wagon in der Nähe des Parkeingangs) rechtfertigen ihre Preise mit hochwertigen Zutaten und handwerklichem Können. Doch die hohe Touristendichte bedeutet auch, dass es viele Lokale gibt, die 30 $ und mehr für mittelmäßigen Fisch verlangen – lesen Sie aktuelle Bewertungen sorgfältig.
Jacó Beach: 2-hour chocolate experience tour — from $35Osa Peninsula und Drake Bay
Im äußersten Süden der Pazifikküste ist die Gastronomie der Osa Peninsula durch ihre Abgeschiedenheit und das geringe Touristenaufkommen begrenzt. Drake Bay und Puerto Jiménez haben eine Handvoll ausgezeichneter kleiner Restaurants – die besten servieren frischen Fisch von den Booten der Einheimischen. Erwarten Sie keine anspruchsvolle Gastronomieszene, aber die Frische der Zutaten macht das wett.
Für den von Meeresfrüchten geprägten Abschnitt des Pazifiks sind Jacó, Manuel Antonio und Uvita die naheliegenden Standorte, und der Guide zu den Pazifikstränden hilft Ihnen, Mahlzeiten rund um Ihre Strandtage zu planen.
Karibikküste: die eigenständigste Esskultur
Die Karibikküste – die Provinz Limón mit ihren Gemeinden Cahuita, Puerto Viejo und Manzanillo – hat die unverwechselbarste Esskultur Costa Ricas, was ihre völlig andere historische und demografische Entwicklung widerspiegelt.
Die Geschichte auf dem Teller
Die Bevölkerung der Provinz Limón stammt überwiegend von afrokaribischen Arbeitern ab – viele davon aus Jamaika –, die in den 1880er Jahren für den Bau der Atlantikbahn nach Costa Rica geholt wurden. Sie brachten jamaikanische und breitere karibische Esstraditionen mit: das Kochen mit Kokosmilch, Jerk-Gewürze, Brotfrucht, Süßkartoffel und eine Reihe von Zubereitungen, die an der Pazifikküste oder im Valle Central keine Entsprechung haben.
Auch die indigenen Gemeinschaften der Bribrí und Cabécar im Talamanca-Gebirge pflegen eigene Esstraditionen, die sich um Kakao, Kochbananen und Waldprodukte drehen.
Reis mit Bohnen (nicht Gallo Pinto)
Dies ist der grundlegendste Unterschied. An der Karibikküste wird das Gericht aus Reis und Bohnen mit roten Kidneybohnen (nicht schwarzen Bohnen) zubereitet und zusammen mit fetter Kokosmilch, Thymian und Knoblauch gegart. Das Ergebnis ist cremig, leicht süß und trägt durchgehend die charakteristische Kokosnote. Jeder Tico, der es zum ersten Mal isst, wird Ihnen sagen, dass es völlig anders ist als Gallo Pinto – und er hat recht.
„Rice and Beans“ begleitet jede größere Mahlzeit an der Karibikküste. Gebratener Fisch, Huhn, Languste, Krabbe oder Garnelen, serviert mit Reis und Bohnen, Maduro (gebratene reife Kochbanane) und einem einfachen grünen Salat, sind der typische karibische Mittagsteller.
Rondon
Rondon (von „run down“ im karibischen Englisch) ist der typische Eintopf der Karibikküste – eine Kokosmilchbasis, langsam gegart mit allem, was der Koch zur Hand hat: Fisch, Krabbe, Schnecke, Yuca, Kochbanane, Brotfrucht und Gemüse. Die richtige Zubereitung dauert 3–4 Stunden, und er steht nicht häufig auf Speisekarten (in den meisten Lokalen muss man ihn vorab bestellen). Die besten Versionen stammen von Hausköchinnen und Hausköchen sowie aus einigen Familienbetrieben in Cahuita und Puerto Viejo.
Jerk-Gewürz
Die jamaikanische Jerk-Würzung (Scotch Bonnet, Piment, Thymian, Knoblauch, Ingwer) findet sich überall in der Gastronomie der Karibikküste. Über Holzkohle gegrilltes Jerk-Huhn ist an Straßenständen und in Strand-Sodas eine Standardoption. Der Schärfegrad variiert – fragen Sie vor der Bestellung nach der Schärfe, wenn Sie empfindlich sind.
Die Verbindung zum Bribrí-Kakao
Die indigenen Bribrí in Talamanca bauen Kakao an und bereiten traditionelle Getränke auf Kakaobasis zu, die sich völlig von der gesüßten Schokolade unterscheiden, die internationale Besucher kennen. Das bittere, dicke, leicht fermentierte Getränk hat zeremonielle und ernährungsbezogene Bedeutung. Gemeinschaftlich geführte Schokoladentouren in der Region Talamanca bieten die authentischste Begegnung mit dieser Tradition.
Im Guide zu Schokoladen- und Kakaotouren finden Sie alle Details zu den Tourangeboten der Bribrí.
Die Gastronomieszene von Puerto Viejo
Puerto Viejo hat eine Restaurantszene entwickelt, die wohl die kulturell interessanteste Costa Ricas ist – karibische Kochtraditionen, verbunden mit indigenen Einflüssen, einer ausgeprägten vom Reggae geprägten Kultur und einer internationalen Backpacker-Küche, die Aromen aus Brasilien, Jamaika und anderswo importiert hat. Zu den Highlights zählen die Open-Air-Restaurants in Strandnähe, die in der Hochsaison (Juli–September) frische Languste servieren, die informellen Jerk-Huhn-Stände an der Hauptstraße und einige ausgezeichnete Restaurants mit karibischer Küche, die von langjährigen Expats immer wieder genannt werden.
Wenn Sie die karibische Küche anzieht, planen Sie Zeit in Puerto Viejo und Cahuita ein und lesen Sie den Reiseguide Karibik- gegen Pazifikküste, um zu entscheiden, wie Sie Ihre Tage auf die beiden Küsten aufteilen.
Märkte, Sodas und Restaurants: Wo regionales Essen wirklich zu Hause ist
Die regionale Identität zeigt sich am deutlichsten an drei Arten von Lokalen, und jede lehrt etwas anderes. Städtische Märkte (der Mercado Central in San José, der Fischmarkt von Puntarenas, kleinere Stadtmärkte in Liberia oder Nicoya) sind die Orte, an denen Sie die rohen regionalen Zutaten sehen und das günstigste, authentischste zubereitete Essen bekommen – Ceviche und Mittagstheken in diesen Gebäuden übertreffen die nahegelegenen Touristenrestaurants regelmäßig zu einem Drittel des Preises.
Sodas – kleine, familiengeführte, schnörkellose Lokale, die es in jeder Stadt gibt – servieren das tägliche regionale Casado und sind der beste Maßstab dafür, was eine Region im Alltag tatsächlich isst; die Speisekarten sind selten ins Englische übersetzt, und das ist meist ein gutes Zeichen, keine Hürde. Restaurants, besonders in Touristenzentren wie Manuel Antonio, Tamarindo oder Puerto Viejo, reichen von wirklich hervorragender regionaler Küche bis zu teuren, homogenisierten „costa-ricanischen“ Tellern für Besucher, die nicht wiederkommen, um zu vergleichen. Aktuelle Bewertungen sorgfältig zu lesen und das Hotelpersonal zu fragen, wo es selbst isst, bleibt der verlässlichste Filter.
Die Regionen im Vergleich: eine Übersicht
| Region | Stärkebasis | Schlüsselaroma | Eiweißschwerpunkt | Typisches Gericht |
|---|---|---|---|---|
| Valle Central | Reis + schwarze Bohnen | Salsa Lizano, Koriander | Rind, Huhn | Gallo Pinto, Olla de Carne |
| Guanacaste | Mais + Reis | Mais, Schmalz, Käse | Rind, Schwein | Chorreadas, Maistortilla |
| Pazifik (Norden) | Reis + Fisch | Knoblauch, Limette | Meeresfrüchte, Rind | Gegrillte Corvina, Ceviche |
| Pazifik (Süden) | Reis + frischer Fisch | Kokos (teilweise), Zitrus | Meeresfrüchte, Wild | Frisches Ceviche, gegrillter Pargo |
| Karibik | Reis und Bohnen in Kokosmilch | Kokos, Jerk, Thymian | Fisch, Krabbe, Huhn | Rice and Beans, Rondon |
So essen Sie sich auf einer einzigen Reise durch alle Regionen
Eine 10-tägige Costa-Rica-Reise durch Guanacaste, das Valle Central und die Karibikküste führt Sie an alle vier Esskulturen heran, wenn Sie in lokalen Sodas und auf Märkten essen statt in Hotelrestaurants. Die Route:
- Guanacaste (Tage 1–3): Tortillas und Chorreadas zum Frühstück; gegrillter Fisch aus dem Golf von Nicoya zum Mittagessen
- Valle Central / San José (Tage 4–5): Mercado Central für Ceviche; Soda Tapia für Gallo Pinto; Doka Estate für Kaffee
- Karibikküste / Puerto Viejo (Tage 6–8): Reis und Bohnen mit Kokosmilch; Jerk-Huhn; Rondon, falls Sie ihn finden
- Südpazifik / Uvita (Tage 9–10): Corvina-Ceviche; Casado mit frischem Dorado
Das ist keine Reiseroute, sondern ein kulinarisches Gerüst. Passen Sie es an die Orte an, an die Ihre Reisen Sie führen, und die kulinarische Vielfalt folgt von selbst.
Auch kürzere Reisen können regionale Kontraste einfangen, ohne alle vier Zonen abzudecken. Eine fünftägige Schleife durch das Valle Central und die Karibik etwa verbindet die „klassische Grundlage“ mit der unverwechselbarsten regionalen Küche des Landes und erfordert nur eine einzige Überlandfahrt statt der mehreren langen Fahrten, die ein Rundkurs durch alle vier Regionen verlangt. Wer sich nur an der Pazifikküste aufhält, erlebt dagegen schon echte Vielfalt, wenn er zwischen Guanacaste im Norden und der Osa Peninsula im Süden wechselt – die maisbetonte Chorotega-Tradition am einen Ende und die meeresfrüchtegeprägte Küche des feuchteren Südens am anderen, ohne die Pazifikseite des Landes je zu verlassen.
Die Fahrten zwischen diesen Esskulturen gehören zur Planung. Der Guide zum Autofahren und die Übersicht der Shuttle-Dienste erklären die beiden wichtigsten Möglichkeiten, die Distanzen zu überbrücken, und ein Blick in den Guide zu Geld und Währung lohnt sich, bevor Sie Ihre Marktmittagessen bar bezahlen.
Häufig gestellte Fragen zur regionalen Küche Costa Ricas
Welche Region hat das beste Essen?
Das ist wirklich subjektiv. Reisende mit karibischem kulinarischem Hintergrund finden das Essen der Provinz Limón oft am aufregendsten – vertraute Aromen in einem neuen tropischen Kontext. Liebhaber von Meeresfrüchten bevorzugen tendenziell den Südpazifik. Kaffee- und Handwerksküchen-Fans neigen zum Valle Central. Bei purem Wohlfühlessen und Preis-Leistung gewinnt das Casado des Valle Central fast in jeder Hinsicht.
Gibt es Essen der Karibikküste in San José?
Selten und nur in begrenzter Form. San José hat trotz der kulturellen Präsenz afrokaribischer Gemeinschaften keine nennenswerte karibische Restaurantszene. Der Mercado Central hat ein oder zwei Stände mit karibischem Einfluss, aber für authentisches Reis mit Bohnen im Stil von Limón und für Rondon müssen Sie an der Karibikküste sein.
Gibt es vegetarierfreundliche regionale Spezialitäten?
Die Maisgerichte Guanacastes (Tortillas, Chorreadas, Pinolillo) sind von Natur aus pflanzlich. Die Karibikküste hat hervorragendes frisches Gemüse und Obst – Zubereitungen auf Kokosbasis lassen sich ohne Fleisch zubereiten. Die Bohnen-Reis-Basis des Valle Central ist von Haus aus vegetarisch; die Herausforderung ist, dass der Eiweißanteil eines Casado standardmäßig Fleisch ist und ein vegetarischer Ersatz eine klare Verständigung erfordert. In Tourismusorten mit Wellness-Schwerpunkt gibt es leichter vegetarische Optionen.
Wo gibt es das beste Ceviche in Costa Rica?
In den Gebieten, in denen Meeresfrüchte produziert werden: auf dem Markt von Quepos, in den lokalen Fischrestaurants in Jacó, in den Lokalen am Strand von Uvita und – für einen anderen Stil – an der Karibikküste in Cahuita und Puerto Viejo. Auch der Mercado Central in San José hat gutes Ceviche, besonders an den Fischständen im Inneren. Das schlechteste Ceviche gibt es meist in auf Touristen ausgerichteten Strandrestaurants in der Nähe großer Resortgebiete, wo Menge und Aufschlag die Qualität drücken.
Gibt es eine wachsende Craft-Food-Szene jenseits von Kaffee und Schokolade?
Ja. In San Josés Barrio Escalante hat sich eine urbane Craft-Food-Szene deutlich entwickelt – unabhängige Bäckereien, Käsereien, Hersteller fermentierter Produkte in kleinen Chargen und Spezialitätenproduzenten. Auf dem samstäglichen BorBón-Markt in San José bieten kleine Handwerksproduzenten ihre Lebensmittel an. Im Vergleich zu ähnlichen Städten in Lateinamerika ist das noch jung, wächst aber.
Ernährungseinschränkungen in den Regionen
Mit Ernährungseinschränkungen zu reisen ist in jeder Region machbar, erfordert aber leicht unterschiedliche Strategien. Vegetarier kommen im Valle Central und in Guanacaste am besten zurecht, wo die Basis aus Reis, Bohnen und Mais von Natur aus fleischlos ist und die Bitte um „sin carne“ in einer Soda gut verstanden wird; auch die Kokosküche der Karibikküste lässt sich leicht anpassen, doch Rondon und die meisten Reis-und-Bohnen-Teller werden üblicherweise mit Fisch- oder Fleischbrühe gekocht, fragen Sie daher gezielt nach.
Glutenfrei reisende Gäste kommen mit den Maisgerichten aus Guanacaste (Tortillas, Chorreadas) gut zurecht, sollten aber auf Weizenmehl in Backwaren des Valle Central und in einigen karibischen Teigtaschen achten. Schalentierallergien erfordern besondere Vorsicht an der Pazifik- und der Karibikküste, wo in kleineren Sodas häufig dieselben Küchengeräte für Fisch und Schalentiere benutzt werden – weisen Sie klar auf die Allergie hin, statt nur Schalentiergerichte auf der Karte zu meiden.
Weiterführende Guides
Der Überblicks-Guide zum Essen behandelt die gesamte Esslandschaft des Landes an einem Ort. Der Gallo-Pinto-Guide widmet sich dem Nationalgericht und den besten Orten, es zu probieren. Für die handwerklichen Genuss-Erlebnisse – Kaffee und Schokolade – bieten der Vergleich der Kaffeetouren und die Schokoladen- und Kakaotouren das vollständige Bild. Und für die Reiseplanung mit kulinarischem Schwerpunkt zeigt die 14-tägige Route zu Tierwelt und Essen eine Streckenführung, die alle Esskulturen Costa Ricas abdeckt.